Die meist gestellte Frage, wenn ich erwähne, dass ich als VA arbeite ist: „Was ist denn eine virtuelle Assistentin?“ Unter dem Begriff können sich hierzulande viele Menschen erst mal überhaupt nichts vorstellen (in den USA ist das z.B. bereits ein sehr gängiger Job). Was eine Assistentin ist, ist klar! Aber wie soll das virtuell funktionierten? Muss die Telefondame nicht immer im Vorzimmer sitzen?

Als langjährige Assistentin habe ich immer wieder aus erster Hand erfahren, dass es in vielen Firmen nur wenige bis gar keine Aufstiegschancen für diese Positionen gibt. Der Rest im Team ist Projektleiter*in, Teamleiter*in, Personaler*in… Alles angesehene Posten, die oftmals nach kurzer Zeit auf der Karriereleiter nach oben klettern dürfen. Als Assistentin ist man bereits die rechte Hand vom Chef. Man ist oft das Mädchen für alles, das Rückgrat der Firma und trotzdem gibt es meistens nur in großen Firmen oder Konzernen einen Weg weiter nach oben. Einmal Assistentin, immer Assistentin – zumindest fühlt es sich so an. Ich habe als junge Frau in meinen 20ern sogar schon die Erfahrung gemacht, nur als „die Tippse“, die ja eh nichts kann, außer den Kalender von allen zu verwalten und ans Telefon zu gehen, abgestempelt zu werden. Aber das ist natürlich völliger Quatsch! Nicht um sonst heißt es:

„Viele Sekretärinnen können Ihren Chef vertreten, aber nicht jeder Chef seine Sekretärin.“

Rainer Karius

Versteht mich nicht falsch, ich habe auch großartige Erfahrungen mit Vorgesetzten und Kolleg*innen gemacht; an dieser Stelle gehen wärmste Grüße raus an meinen ehemaligen Chef Stephan! Allerdings hat mich das Gefühl, dass ich mein Potenzial nicht voll ausschöpfe, ständig begleitet. Ich wollte mehr. Und ich glaube vielen Assistentinnen geht es ganz ähnlich.

Als virtuelle Assistentin durchzustarten ist da die perfekte Lösung. Ich bin ganz zufällig auf diesen Berufsweg gestoßen und wusste sofort: das muss ich machen! Ich bin zwar Scannerin und kann sehr impulsiv (ich nenne das lieber intuitiv :-D) sein und handeln, aber in diesem Fall bestand überhaupt kein Zweifel, dass dieser Weg der richtige für mich ist.

Ich wurde anfangs häufig gefragt, wie VAs von dem Gehalt einer Assistentin, als selbstständige Gewerbetreibende, leben können. Oder wie sich Stundensätze von 50€-70€ rechtfertigen lassen, wenn Handwerker teilweise nicht mal ihre mehr als verdienten 60€ pro Stunde verlangen können. Deshalb möchte ich einen ganz großen Irrtum aufdecken:

Eine virtuelle Assistentin ist nicht das selbe, wie eine klassische Sekretärin.

Man kann sich als VA natürlich auch primär auf den Backoffice Service spezialisieren. In diesem Fall kommt die Tätigkeit, der einer Sekretärin sehr nahe. Diese VAs verlangen allerdings auch günstigere Stundensätze.

Meiner Erfahrung nach erweitert allerdings jede meiner Kolleginnen ihr Portfolio letztendlich um weitere spannende Dienstleistungen. Und genau das unterscheidet uns zu angestellten Sekretärinnen bzw. Assistentinnen. Wir haben die Möglichkeit unendlich zu wachsen und unser Know-How nach belieben weiter auszubauen. Klar, Festangestellte haben ebenfalls die Option sich privat (oder teilweise über die Firma) weiterzubilden und sich neue Kompetenzen anzueignen. Aber wenn man sich privat weiterbildet, ist nicht garantiert, dass der Chef auch damit einverstanden ist das Aufgabengebiet zu erweitern. Und noch viel wichtiger: das Gehalt entsprechend anzupassen! 

Als VA kann ich mein Service Angebot beliebig anpassen und erweitern. Die Aufgaben, die mir nie Spaß gemacht haben (und in denen folglich auch kein einwandfreies Ergebnis leisten kann), biete ich nicht mehr an – so einfach ist das! Dafür arbeite ich darauf hin, Expertin in den Bereichen zu werden, die mir total liegen und vorallem Spaß machen.

Diesen Service bieten virtuelle Assistentinnen beispielsweise an:

Wie du siehst, umfassen viele der Angebote ganz spezifische Fachgebiete, die ein umfassendes Know-How voraussetzen. VAs bilden sich ständig weiter, machen Workshops, Kurse und Schulungen. Und all das auf eigene Kosten.

Know your worth.

Wenn ich meine Kompetenzen kenne und mir bewusst darüber bin, wie wertvoll mein Wissen und meine Skills für Kunden sind, bin ich in der Lage meinen Service VIEL besser zu vermarkten und zu verkaufen. Wenn ich persönlich nicht an das glaube, was ich tue oder sage, kann ich mein Gegenüber nur schwer davon überzeugen mich auch bitteschön noch dafür (gut) zu bezahlen. Ich stecke täglich viel Arbeit, Zeit und Herzblut in meine Weiterbildung und kann dadurch auch guten Gewissens entsprechende Preise verlangen. Ich kenne meine Fähigkeiten & Skills und weiß, wie ich meinen Kunden in ihrem Business zu mehr Klarheit, Struktur und Erfolg verhelfen kann. Sind meine Preise für einen Kunden zu hoch, ist dessen Budget leider zu niedrig für die Qualität meines Services.

Sorry not sorry.

Gute Arbeit hat seinen Preis, das weiß jedes Kind. Und mein Service-Portfolio beinhaltet eben nicht, deine Emails nach Wichtigkeit zu sortieren. Ich manage deine Social Media Kanäle auf sämtlichen Plattformen, kann Texten & Lektorieren, bin Beraterin für deine Strategie & deine Marke oder organisiere deine Events.

Und genau so breit aufgestellt sind enorm viele meiner grandiosen VA Kolleginnen! Manche spezialisieren sich irgendwann auf bestimmte Services, in denen sie besonders gut sind. Andere werden Mentorinnen oder Trainerinnen… Alles immer mit dem Hintergedanken den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. In der VA Community hat Spaß an der Arbeit nämlich einen hohen Stellenwert. Findest du deinen Job kacke, ist dein Leben auch nur noch halb so geil. Kennste oder?

Deine Leistung leidet folglich und dein Potenzial bleibt unentdeckt. Als VA sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die meisten von uns sind eierlegende-Wollmilchsäue, da unsere Fähigkeiten & Skills ganz individuell variieren. Aber jede VA die ich bisher kennengelernt habe ist eine Macherin und der absolute Knaller in ihrer One-Woman-Show!

Für das VA Business muss man nicht studiert haben. Eine Menge Motivation, der Wille, etwas zu erreichen & Gas zu geben und der ständige Hunger nach mehr Wissen sind meiner Meinung nach allerdings absolute Grundvoraussetzungen. Eine VA, die zu dir und deinem Business passt, bringt dich garantiert weiter, da sie über ein tolles Netzwerk verfügt, einen großen Wissensschatz hat und deinen Erfolg genau so feiert, wie du selbst!

Wie sich virtuelle Assistentinnen also noch bezeichnen könnten:

PS: Wir mögen „VA“ aber glaube ich ganz gerne. 😉